IMPFUNGEN

Diese Impfempfehlungen sind unter folgender URL auf englisch im Internet abrufbar:

http://www.maxshouse.com/vaccine_protocols.htm

Die amerikanische Impfempfehlung sieht wie folgt aus:

Katzenseuche –Feline Panleukopenie – Parvovirose:
Eine Impfung wird für alle Katzen sehr empfohlen.

1. Impfung: 8.-10. Lebenswoche
2. Impfung: 12.-14. Lebenswoche
3. Impfung: mit einem Jahr, danach eine Wiederholungsimpfung alle 3 Jahre.

Felines Herpesvirus 1 – Feline Rhinotracheitis Virus – (Wichtiger Erreger im Katzenschnupfenkomplex)
 Eine Impfung wird für alle Katzen sehr empfohlen.

1. Impfung: 8.-10. Lebenswoche
2. Impfung: 12.-14. Lebenswoche
3. Impfung: mit einem Jahr, danach eine Wiederholungsimpfung alle 3 Jahre.

Felines Calicivirus - – (Wichtiger Erreger im Katzenschnupfenkomplex)
Eine Impfung wird für alle Katzen sehr empfohlen.

1. Impfung: 8.-10. Lebenswoche
2. Impfung: 12.-14. Lebenswoche
3. Impfung: mit einem Jahr, danach eine Wiederholungsimpfung alle 3 Jahre.

 

Tollwut – Lyssa – Rabies
Eine Impfung wird für alle Katzen sehr empfohlen. (in den USA ist bereits ein adjuvanzfreier Impfstoff auf dem Markt. Adjuvantien werden für die Impfsarkombildung verantwortlich gemacht, zudem ist eine Tollwutimpfung in einigen Staaten der USA Pflicht.)

1. Impfung mit 12 Wochen, danach Auffrischungsimpfung mit einem Jahr, danach alle 3 Jahre,
bzw je nach Gesetzeslage auch häufiger.

 

FeLV- Leukosevirusinfektion
Die Impfung wird nicht empfohlen, bei Katzen, welche keinen oder nur minimalen Kontakt zu anderen, evtl. FeLV positiven, Katzen haben, besonders wenn die Katzen bereits über 4 Monate alt sind.

1. Impfung: 9. Lebenswoche
2. IMpfung: 12. Lebenswoche, danach jährlich.

 

Impfung gegen Coronaviren – Erreger der Felinen Infektiösen Peritonitis – FIP
Eine Impfung wird nicht empfohlen

Dies waren jetzt grob dargestellt die Impfschemata der wichtigsen Impfpräventablen Infektionserkrankungen der Katze in den USA. Soweit die Quelle vollständig ist, gilt dieses Schema für alle impffähigen Katzen.
Allerdings muss man beachten, daß die Impfstoffe in den USA und Europa nicht immer identisch sind. Auch gelten in Europa eigene Zulassungsvorschriften.
Im soeben erschienenen neuen Katzenkrankheitenbuch Kraft/Dürr/Hartmann hat Frau Prof. Hartmann ein Kapitel zum Impfen geschrieben. Das Wichtigste habe ich unten zusammengefaßt. Man muss also in jedem Einzelfall mit seinem Tierärztin/Tierarzt abwägen, welche Katze wie oft gegen was geimpft werden soll. Da die Diskussion noch voll im Gange ist, wird es leider noch etwas dauern, bis endgültig Klarheit herrscht.

In Deutschland, Österreich schreibt die Tollwutverordnung eine jährliche Impfung gegen Tollwut noch vor. Sollte also bei einer Katze neurologische Störungen auftreten, die einen Tollwutverdacht ergeben, dann muss der Amtstierarzt hinzugeszugen werden, der dann entscheiden muss, was weiter passiert. Eine Behandlung der Tollwut darf nicht erfolgen.
Tritt in einem Landkreis ein Tollwutfall auf, dann dürfen nur geimpfte Katzen frei herumlaufen.
Näheres steht in der Tollwutverordnung:
http://www.h-h-c.de/wissen/gesetze-urteile/tollwutverordnung.htm
Zusammenfassung

Kapitel Impfen (unvollständig)
Quelle: Katzenkrankheiten - Klinik und Therapie - Herausgeber: W.Kraft, U.M.Dürr, K.Hartmann - Verlag M.&H. Schaper Alfeld, Hannover 2003

 

Impfdiskusion
- Ein Verzicht auf Impfungen ist wissenschaftlich und ethisch nicht vertretbar.
- Es gibt kein allgemeines Impfschema für alle Katzenhaltungen. Abwägungen gegen was, und wieoft geimpft werden soll ist notwendig.
- Man unterscheidet zwischen Kernvakzinen, welche bei alle Katzen, unabhängig von der Haltung, verabreicht werden soll, und "Nichtkernvakzinen", welche nicht generell bei allen Katzen angewendet werden müssen. Bei den "Nichtkernvakzinen" muß man für die Impfentscheidung individuell das Alter, die HAltungsbedingungen und das Expositionsrisiko (Ansteckungsrisiko) beachten.
- Kernvakzine: Parvovirose (Panleukopenie, Katzenseuche); felines Herpesvirus I + feline Caliciviren (zwei wichtige virale Erreger des Katzenschnupfenkomplex)
- Nichtkernvakzine: Tollwut, feline Leukämievirusinfektion, Coronaviren (FIP), Chlamydophila-felis-Infektion
- Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen Katzen sollten weder gegen FeLV noch gegen Tollwut geimpft werden, da das Risiko der Entstehung eines Impfinduzierten Sarkoms in diesem Fall höher als die Ansteckungsgefahr ist.
- Eine korrekte Grundimmunisierung ist wichtig (mind. zweimalig im Alter von 6-9 und 10-12 Wochen), danach bis zum Alter von 3 Jahren eine jährliche Nachimpfung. Danach abhängig, je nach Expositionsrisiko können die Impfintervalle der Wiederholungsimpfungen auf bis zu drei Jahre verlängert werden.
- Wichtig ist, daß nur gesunde Tiere geimpft werden, damit das Immunsystem sich mit der Impfung auch beschäftigen kann, und nicht gerade andersweitig viel zu tun hat. (auch bei Parasitenbefall).

Bei uns in Deutschland wird bei den oben genannten Impfungen nach der Grundimunisierung eine jährliche Impfung empfohlen.

NEUE ERKENNTNISSE ZUM THEMA IMPFEN
 
Drei-Jahres-Impfungen in den USA – ein nachahmenswertes Vorbild?

In den USA bestehen seit Ende 1997 neue Impfrichtlinien für Katzen, die von Tierarztfachverbänden erarbeitet wurden. Sie sehen nur noch alle drei Jahre Auffrischimpfungen gegen Schnupfen und Seuche vor. Das ist jedoch nur ein Kompromiss, weil auch diese Impfungen sehr viel länger als drei Jahre halten. Wer ängstlich ist, kann sich an das US-Modell halten. Das ist jedenfalls besser, als das Immunsystem des Tieres jedes Jahr unnütz mit Mehrfachimpfungen zu belasten. Je häufiger geimpft wird und je mehr Impfstoffe auf einmal gegeben werden, desto höher das Impfsarkom-Risiko.

Die wichtigste Impfung für die Katze und ihre Schutzdauer:

Katzenseuche (Panleukopenie, felines Parvovirus = FPV):
Lebend- oder inaktivierter Impfstoff. Nach Grundimmunisierung (zwei Impfungen im Welpenalter) hält der Schutz mindestens 7,5 Jahre, wahrscheinlich lebenslang. Die Impfung ist auch bei Wohnungskatzen sinnvoll, da der in der Umgebung sehr stabile Erreger vom Menschen eingeschleppt werden kann.

Impfungen, die bedingt sinnvoll sind:

1. Katzenschnupfen

a) Felines Herpesvirus (FHV), auch Rhinotracheitisvirus genannt; Lebend- oder inaktivierter Impfstoff. Die Impfung verleiht keine sterile Immunität, geimpfte Katzen können sich infizieren und erkranken. Dauer der (eingeschränkten) Schutzwirkung von FHV-Impfstoffen: bis zu 7,5 Jahre (inaktivierte Vakzine).

b) Felines Calicivirus (FCV): Die schlechte Schutzwirkung aller derzeit am Markt befindlichen Impfstoffe (lebend oder inaktiviert) ist wissenschaftlich belegt. Caliciviren kommen in vielen Varianten vor, in der Regel schützt die Impfung nicht mehr gegen die im Feld auftretenden Stämme. Lebendimpfviren können im Impfling mutieren und andere (geimpfte!) Artgenossen infizieren. Seit Einführung der Calici-Impfung wird das Virus viel häufiger nachgewiesen als zuvor. Neue Calici-Impfstoffe sind angeblich in der Entwicklung. Da alle erhältlichen Katzenschnupfen-Vakzinen auch FCV enthalten, ist die Calici-Impfung nicht zu umgehen, wenn man gegen FHV impfen läßt.

2. Felines Leukämievirus (FeLV, oft unzutreffend als „Leukose“ bezeichnet):
Sinnvoll allenfalls bei Jungtieren, bei denen ein Kontakt mit FeLV-infizierten Artgenossen nicht auszuschließen ist. Schutzwirkung der verschiedenen Impfstoffe sehr unterschiedlich, je nach Studie und Impfstoff von 100 bis nur 4,8 Prozent. Auch regelmäßig FeLV-geimpfte Katzen können sich bei Dauerkontakt mit Virusausscheidern infizieren und an FeLV erkranken. Neuzugänge in Katzengruppen sollten getestet sein. Vorsicht: Testergebnisse sind bei gesunden Katzen oft falsch-positiv, daher ggf. nachtesten lassen. Ausgewachsene Tiere besitzen eine gute körpereigene Abwehr gegen FeLV, die allermeisten werden bei kurzem Erregerkontakt damit selbst fertig. FeLV-Impfstoffe verursachen zusammen mit Tollwutimpfstoffen die meisten Impfsarkome. Schutzwirkung (der besseren Produkte) nach Grundimmunisierung mindestens drei Jahre.

Impfungen, von denen abzuraten ist:

1. Chlamydien (bakterieller Erreger Chlamydia psittaci): In einigen Seuche-Schnupfen-Kombi-Impfstoffen enthalten. Notorisch schlechte Schutzwirkung, relativ hohe Nebenwirkungsrate, weil Ganzkeim-Impfstoff (überdurchschnittliches Risiko von Unverträglichkeitsreaktionen).

2. Impfstoff gegen FIP (Feline Infektiöse Peritonitis): Miserable Schutzwirkung wissenschaftlich erwiesen. Die Impfung kann den Ausbruch der Krankheit sogar fördern. Bei den meisten Katzen ist die Impfung sowieso sinnlos, da sie bereits infiziert sind mit dem meist harmlosen felinen Coronavirus (= Vorläufervirus des FIP-Erregers, der sich jeweils in der einzelnen Katze bildet, in der Regel bei Jungtieren unter starkem Streß).

Sonderfall Tollwut:

Tollwutimpfstoffe schützen mindestens drei Jahre. Weil die deutsche Tollwut-Verordnung aber nur die jährliche Nachimpfung als Tollwutschutz gelten läßt, kann darauf schlecht verzichtet werden, vor allem in tollwutgefährdeten Bezirken. Freilaufende Katzen ohne gültigen Tollwutschutz können bei Kontakt mit einem tollwutinfizierten Wildtier oder nach einem Kratz- oder Beißvorfall von Amts wegen eingeschläfert werden. In den USA, wo es viel mehr Wildtollwut gibt als bei uns, gilt überwiegend die dreijährliche Impfung – das wäre hierzulande auch ohne weiteres möglich. Die Impfung wird auch bei grenzüberschreitenden Reisen und auf Ausstellungen verlangt. Tollwutimpfstoffe verursachen die meisten Impfsarkome.

Nebenwirkungen von Impfungen:

1. Anaphylaktische (allergische) Reaktionen:

Anaphylaktischer Schock unmittelbar nach der Impfung, muß sofort vom Tierarzt mit Antischockmitteln behandelt werden;

Durchfall und Erbrechen (manchmal blutig und mitunter tödlich)

2. andere Reaktionen:

Impfsarkom: Tumor an der Impfstelle, Häufigkeit: 1 bis 10 Fälle pro 10.000 Impfungen, führt auch bei optimal ausgeführter großräumiger Operation fast immer zum Tode.

Bewegungsstörungen, zentralnervöse Störungen

(Seuche-Schnupfen-) Impfstoffe, die mittels Katzennierenzellkulturen hergestellt werden, sind möglicherweise (Mit-) Verursacher des heutzutage bei Katzen immer häufiger auftretenden chronischen Nierenversagens wg. Bildung von Autoantikörpern gegen das eigene Nierengewebe. (Studien dazu an der Purdue-Universität derzeit in Arbeit.)
 
Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter www.haustierimpfung.de